Human Resources Benchmark
Im diesjährigen Human Resources Benchmark hat das Experten-Team der NetFederation die Webauftritte von 100 großen deutschen Unternehmen untersucht. 80 Fragen zu Themen wie Unternehmensinformationen, Karrieremöglichkeiten, Zielgruppenansprache und Self Assessment geben spannende Einblicke in den Status Quo der „Personalabteilungen im Netz“.
Auszüge aus den Ergebnissen
Vorstellungsrunde!
Gerade vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels in Deutschland wird es für Unternehmen immer wichtiger, sich auf dem Arbeitsmarkt gekonnt zu positionieren. Mussten sich früher eher die Bewerber von allen Seiten beleuchten lassen, gilt es nun auch für Unternehmen, verstärkt die eigenen Vorzüge anzupreisen und Informationen anzubieten. Da die Jobsuche inzwischen besonders häufig im Web beginnt, darf der Unternehmensauftritt dort auf keinen Fall vernachlässigt werden.
Die Ergebnisse unseres Benchmarks zeichnen ein anderes Bild:
Nur 31 % der untersuchten Unternehmen sehen die Notwendigkeit, sich potenziellen Arbeitnehmern/Auszubildenden gegenüber gut zu „verkaufen“. Gründe dafür, sich nicht doch lieber bei der Konkurrenz zu bewerben, müssen sich die Interessenten in allen anderen Fällen selbst suchen.
Gibt das Unternehmen Gründe vor, warum der Bewerber sich beim Unternehmen bewerben soll?
Mehr als zwei Drittel der untersuchten Unternehmen setzen eher auf die Überzeugungskraft ihrer Angestellten:
69 % lassen ihre Mitarbeiter für das Unternehmen sprechen. In Wort und Bild, teilweise auch in Videoform, erzählen potenzielle zukünftige Kollegen von Arbeitsalltag, Unternehmenskultur, Entfaltungsmöglichkeiten und Zusammenhalt.
Werden Mitarbeiter des Unternehmens vorgestellt?
Zielgruppengenau und mit Fokus auf Karriere: So geht gute Bewerberansprache
Um eine Entscheidungsgrundlage für potenzielle Bewerber zu schaffen reicht es nicht, sie mit einer Fülle ungefilterter Informationen auf der Unternehmenswebsite zu konfrontieren. Die Strukturierung der relevanten Themen ist für die Jobauswahl besonders entscheidend. Viele Unternehmen gliedern ihre Informationen sinnvollerweise nach den relevanten Zielgruppen:
Gibt es ein umfassendes Informationsangebot für Schüler und Auszubildende / Studenten / Absolventen / Berufserfahrene?
Schüler und Auszubildende werden als eigene, wichtige Zielgruppe anerkannt: Fast 90 % der Unternehmen bieten ihnen in einem eigenen Bereich wichtige Infos für den Start ins Berufsleben an.
Auch Studenten und Absolventen werden in 84 % der untersuchten Fälle online gut bedient. Sie finden Informationen zu Praktika oder Diplomarbeitsunterstützung, Volontariaten und anderen Einstiegsmöglichkeiten in die Berufswelt.
Die dritte wichtige Zielgruppe sind die „Professionals“, die ebenfalls von den meisten Unternehmen mit den ausschließlich für sie relevanten Informationen versorgt werden.
Eignungs- und Bewerbungstests bieten sowohl dem Unternehmen als auch potenziellen Bewerbern viele Vorteile. Vor allem Berufsstarter bekommen durch Online-Tests vorzeitig Einblick in die ungewohnte Arbeitswelt und können das eigene Potenzial und Schlüsselqualifikationen besser einschätzen. Auch das Unternehmen kann auf diese Weise schon früh die Erwartungen an den potenziellen Arbeitnehmer deutlich machen und gewünschte Eigenschaften abfragen.
Online-Tests können also beiden Seiten bei der Orientierung helfen, haben aber leider Seltenheitswert:
Gibt es vorgefertigte Bewerbungs- / Eignungstests für mögliche Bewerber?
Ob ferner Traum oder realer Anspruch, Karriere ist für die meisten Bewerber ein großes Thema. Hier punkten viele Unternehmen: Ganze 86 % informieren potenzielle Bewerber über Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bei ihnen.
Gibt es Informationen zu Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten?
Bequem und praktisch: direkt online bewerben
Laut der Studie „Recruiting Trends in Großunternehmen 2012“ gehen die meisten Befragten davon aus, dass der Anteil an (Online-)Formular-Bewerbungen bis 2016 auf über 50 % steigen wird. Bei der Platzierung von Stellenanzeigen hat sich der Online-Trend bereits etabliert – jetzt setzt sich auch das digitale Bewerbungsverfahren immer mehr durch.
Kann man sich direkt online bewerben?
Über 90 % der Unternehmen setzen ihre Stellenanzeigen ins Netz. Passend dazu bieten knapp 80 % den Bewerbern die Möglichkeit zur direkten Online-Bewerbung an. Online-Stellenbörsen und Online-Bewerbungen gehören mittlerweile zum Standard für gute HR-Seiten.
Tipps zur Bewerbung gibt allerdings nur knapp die Hälfte der Unternehmen, eine Anleitung zum Umgang mit dem Online-Bewerbungstool sogar nur 30 %. Richtig zu Ende gedacht wird im Bereich „Service“ also nicht.
Fazit
Vieles ist besser, aber nicht alles ist gut
Der HR Benchmark 2012 zeigt erfreulicherweise viele positive Entwicklungen in den HR-Bereichen der analysierten Unternehmen. Die meisten Firmen gehen professionell und progressiv auf potenzielle Bewerber zu und bieten außerdem State-of-the-art-Kommunikations- und Bewerbungsmöglichkeiten – eine deutliche Entwicklung in die richtige Richtung.
Im Bereich Service besteht hingegen weiterhin Nachholbedarf. Es lohnt sich für die Unternehmen, diesen Bereich auszubauen und zum Beispiel flächendeckend Self Assessments und Bewerbungstests anzubieten. Davon profitieren sowohl die Bewerber als auch die potenziellen Arbeitgeber. Denn: Je einfacher es der Bewerber bei der Orientierung und der Suche nach Informationen auf der Website hat, umso erfolgreicher verläuft der Bewerbungsprozess für beide Seiten.
Das Thema Mobile Web wird von den meisten (83 %) der Unternehmen komplett vernachlässigt. Eine Optimierung der HR-Seiten oder die Entwicklung von speziellen Apps findet derzeit so gut wie nicht statt. Hier besteht akuter Handlungsbedarf, geht man doch davon aus, dass „die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte (…) einen großen Einfluss auf die Rekrutierung haben wird.“ (Studie „Recruiting Trends in Großunternehmen 2012“)
Sie möchten mehr über unsere Vorgehensweise wissen? Unter Was haben wir gemacht lesen Sie mehr zu Auswahlkriterien und Durchführung des Benchmarks.
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